Garten

Regenwasser- & Zisternen-Rechner

Wie viel Regenwasser fängt dein Dach im Jahr auf – und wie groß sollte die Zisterne sein? Inklusive geschätzter Trinkwasser-Ersparnis.

90
20 m² 300 m²
800mm/a
400 mm/a 1.300 mm/a
0,85
0,50 0,95
4,0€/m³
2,0 €/m³ 7,0 €/m³
Auffangmenge/Jahr
61.200L
Empf. Zisterne
3.672L
Ersparnis/Jahr
245

ℹ️ Die empfohlene Zisternengröße ist ein Richtwert (Faustregel). Die Ersparnis hängt davon ab, wofür du das Wasser nutzt (Garten, WC, Waschmaschine).

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Wie der Zisternen-Rechner rechnet

Die Grundrechnung ist erfreulich einfach, weil die Einheiten zusammenpassen: Ein Millimeter Niederschlag auf einem Quadratmeter Fläche ergibt genau einen Liter Wasser. Der Rechner multipliziert deshalb Dachfläche mal Jahresniederschlag mal Abflussbeiwert und erhält direkt die Auffangmenge in Litern. Die empfohlene Zisternengröße setzt er mit sechs Prozent dieser Jahresmenge an, die Ersparnis ergibt sich aus der Menge in Kubikmetern mal deinem Wasserpreis.

Ein Beispiel, Schritt für Schritt

Mit den Startwerten: 90 Quadratmeter Dachfläche, 800 Millimeter Jahresniederschlag, Abflussbeiwert 0,85, vier Euro je Kubikmeter.

  • Auffangmenge: 90 × 800 × 0,85 = 61.200 Liter im Jahr
  • Empfohlene Zisterne: 61.200 × 0,06 = rund 3.700 Liter
  • Rechnerische Ersparnis: 61,2 m³ × 4 € = 244,80 €

Wichtig ist der Unterschied zwischen den ersten beiden Zahlen. Die Zisterne fasst nicht die Jahresmenge, sondern überbrückt eine Trockenphase. Die Faustregel von sechs Prozent entspricht ungefähr drei regenfreien Wochen im Sommer – der Zeitraum, in dem der Garten am meisten Wasser braucht und am wenigsten vom Himmel kommt.

Dachfläche und Abflussbeiwert richtig ansetzen

Gemeint ist die Grundfläche in der Draufsicht, nicht die schräge Dachfläche. Ein Satteldach über einem Grundriss von 10 mal 9 Metern zählt als 90 Quadratmeter, unabhängig von der Neigung – Regen fällt senkrecht, die Projektion ist entscheidend.

Der Abflussbeiwert beschreibt, welcher Anteil tatsächlich in der Zisterne ankommt. Der Rest verdunstet, bleibt in der Dachhaut oder geht im Filter verloren:

  • Ziegel- und Schieferdach: 0,85 bis 0,90
  • Blech- und Betondach: 0,80 bis 0,90
  • Kiesdach: 0,60 bis 0,70
  • Extensives Gründach: 0,30 bis 0,50

Den Jahresniederschlag für deinen Ort findest du beim Deutschen Wetterdienst. In Deutschland liegt er meist zwischen 500 und 1.100 Millimetern, mit deutlichem Gefälle von den Mittelgebirgen zu den trockenen Lagen in Mitteldeutschland und am Oberrhein.

Was der Rechner nicht abbildet

Hier liegt die größte Einschränkung, und sie betrifft ausgerechnet die Ersparnis. Der Rechner unterstellt, dass du die gesamte aufgefangene Menge auch verbrauchst. Das ist in der Praxis fast nie der Fall. Ein durchschnittlicher Hausgarten kommt im Jahr auf 10 bis 25 Kubikmeter Gießwasser – von den 61 Kubikmetern aus dem Beispiel läuft der weit überwiegende Teil ungenutzt in den Überlauf.

Realistisch wird die Rechnung erst, wenn du die Menge einträgst, die du wirklich abnimmst, oder das Ergebnis entsprechend herunterrechnest. Deutlich mehr Nutzung erreichst du, wenn das Regenwasser nicht nur in den Garten geht, sondern auch die Toilettenspülung und die Waschmaschine versorgt. Ein vierköpfiger Haushalt spült rund 40 Kubikmeter im Jahr durch die Toilette – erst damit rechnet sich eine Zisterne wirklich.

Ebenfalls nicht enthalten sind sämtliche Kosten: Behälter, Erdarbeiten, Filter, Überlauf mit Rückstausicherung, Pumpe und bei Hausanschluss die zweite Leitungsführung. Für eine Erdzisterne mit Hauseinbindung liegt man schnell im mittleren vierstelligen Bereich, was bei 245 Euro rechnerischer Jahresersparnis eine sehr lange Amortisation bedeutet. Eine oberirdische Regentonne für den Garten dagegen hat sich nach zwei Saisons bezahlt gemacht.

Rechtliches und Technisches

Wird Regenwasser im Haus genutzt, muss es vollständig vom Trinkwassernetz getrennt sein – eine Verbindung ist unzulässig, weil sie das öffentliche Netz gefährdet. Alle Entnahmestellen sind als Betriebswasser zu kennzeichnen. Die Anlage ist beim Wasserversorger und meist auch beim Gesundheitsamt anzuzeigen.

Zu bedenken ist außerdem die Abwassergebühr: In vielen Gemeinden wird Schmutzwasser nach dem bezogenen Frischwasser berechnet. Regenwasser, das über die Toilette in die Kanalisation geht, taucht dort nicht auf – manche Kommunen erheben dafür eine pauschale Nachmeldung. Umgekehrt sinkt bei versickerndem Regenwasser oft die Niederschlagswassergebühr. Beides regelt jede Gemeinde eigenständig.

Typische Fehler

  1. Zu groß dimensioniert. Eine Zisterne, die nie leer wird, kostet nur Geld. Die Faustregel von drei Trockenwochen ist praxisnäher als die maximale Auffangmenge.
  2. Überlauf nicht geplant. Jede Zisterne läuft mehrmals im Jahr über. Wohin das Wasser dann geht – Versickerung oder Kanal – gehört von Anfang an geklärt.
  3. Filter nicht gewartet. Ein zugesetzter Vorfilter leitet das Wasser am Behälter vorbei. Zweimal jährlich reinigen, besonders nach dem Laubfall.
  4. Erdzisterne bei hohem Grundwasser. Ein leerer Behälter kann aufschwimmen. In solchen Lagen braucht es eine Auftriebssicherung.

Häufige Fragen

Wie groß sollte meine Zisterne sein?

Als Faustregel gilt rund 5–6 % der Jahres-Auffangmenge, bei Gartennutzung genügt oft weniger. Wichtiger als Maximalgröße ist, dass sie typische Trockenperioden von 2–3 Wochen überbrückt.

Was ist der Abflussbeiwert?

Er gibt an, welcher Anteil des Regens tatsächlich abfließt und aufgefangen werden kann. Ziegel- und Metalldächer liegen bei 0,8–0,9, Kies- und Gründächer deutlich niedriger.

Rechne ich mit der Schräg- oder Grundfläche?

Mit der projizierten Grundfläche (Draufsicht). Da der Regen senkrecht fällt, zählt die horizontale Fläche – nicht die größere schräge Dachfläche.

Lohnt sich eine Zisterne finanziell?

Für reine Gartennutzung amortisiert sie sich langsam. Richtig lohnend wird es bei zusätzlicher WC-Nutzung, weil dann dauerhaft viel teures Trinkwasser ersetzt wird.

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