Balkonkraftwerk-Rechner
Was bringt ein Balkonkraftwerk wirklich? Berechne Jahresertrag, jährliche Ersparnis und wann sich die Anschaffung amortisiert.
ℹ️ Modellrechnung. Ausrichtung, Verschattung und Verbrauchsverhalten beeinflussen das Ergebnis stark.
Lohnt sich ein Balkonkraftwerk?
Ein Balkonkraftwerk (auch Steckersolar) speist Solarstrom direkt über die Steckdose in deinen Haushalt. Da du den Strom fast vollständig selbst verbrauchst, sparst du den teuren Netzstrom – und genau darin liegt die Wirtschaftlichkeit.
Seit 2024 sind bis zu 800 W Wechselrichter-Leistung erlaubt, die Anmeldung wurde stark vereinfacht (nur noch Eintrag im Marktstammdatenregister). Typische Komplettsets kosten 350–700 € und amortisieren sich – je nach Ausrichtung – oft in 2 bis 5 Jahren.
Was den Ertrag bestimmt
- Ausrichtung: Süd bringt am meisten, Ost/West verteilt den Ertrag über den Tag – oft besser zum Eigenverbrauch.
- Neigung: 30–35° sind ideal; senkrecht am Balkongeländer bringt spürbar weniger.
- Verschattung: Schon ein teilweise verschattetes Modul senkt den Ertrag deutlich.
- Grundlast: Kühlschrank, Router & Standby laufen tagsüber – ideal für hohen Eigenverbrauch.
Drei Rechenbeispiele aus der Praxis
Beispiel 1 – Optimaler Standort (Südbalkon): 800 Wp, 950 kWh/kWp, 85 % Eigenverbrauch, 500 € Anschaffung. Jahresertrag: 760 kWh, Ersparnis ca. 226 €/Jahr, Amortisation: 2,2 Jahre. Gewinn in 10 Jahren: ca. 1.760 €.
Beispiel 2 – Ostbalkon mit Verschattung: 600 Wp, 750 kWh/kWp, 80 % Eigenverbrauch, 400 € Anschaffung. Jahresertrag: 450 kWh, Ersparnis ca. 126 €/Jahr, Amortisation: 3,2 Jahre. Selbst bei suboptimalen Bedingungen lohnt es sich.
Beispiel 3 – Senkrecht am Geländer: 800 Wp, 600 kWh/kWp (30-40 % weniger als optimale Neigung), 85 % Eigenverbrauch. Jahresertrag: 480 kWh, Ersparnis ca. 143 €. Amortisation bei 500 €: ca. 3,5 Jahre. Die fehlende Neigung kostet Rendite, aber das Gerät trägt sich trotzdem.
Anmeldung in 3 Schritten
- Aufstellen & anstecken: Module montieren, Wechselrichter mit dem Hausnetz verbinden.
- Registrieren: Eintrag im Marktstammdatenregister der Bundesnetzagentur (kostenlos, 5 Minuten).
- Zähler: Der Netzbetreiber tauscht bei Bedarf gegen einen Zweirichtungszähler – darum musst du dich in der Regel nicht kümmern.
Vier Tipps vor dem Kauf
- 800-W-Wechselrichter wählen: Seit 2024 sind 800 W statt 600 W erlaubt. Achte auf NA-Schutz und VDE-AR-N-4105-Zertifizierung.
- Komplettset bevorzugen: Module, Wechselrichter, Kabel und Halterung aus einer Hand – spart Kompatibilitätsprobleme.
- Mieter? Zustimmung einholen: Die Rechtslage ist mieterfreundlich, Vermieter können die Installation nur noch in Ausnahmefällen ablehnen.
- Kein Speicher nötig: Kleinspeicher fürs Balkonkraftwerk verteuern die Anlage deutlich und verlängern die Amortisation meist auf über 10 Jahre.
Aktuell 2026: Bis 2.000 Wp Modulleistung sind ohne zusätzliche Genehmigung zulässig, solange der Wechselrichter auf 800 W begrenzt. Die vereinfachte Anmeldung gilt weiterhin.
Häufige Fragen
Wie viel spart ein 800-W-Balkonkraftwerk?
Bei gutem Standort erzeugt es rund 700–800 kWh im Jahr. Bei hohem Eigenverbrauch und 35 ct/kWh sind das etwa 200–250 € Ersparnis pro Jahr.
Muss ich das Balkonkraftwerk anmelden?
Ja, aber es ist einfach: Eintrag im Marktstammdatenregister der Bundesnetzagentur. Eine separate Anmeldung beim Netzbetreiber ist seit 2024 nicht mehr nötig.
Reicht eine normale Steckdose?
In der Praxis ja – viele Sets kommen mit Schuko-Stecker. Eine spezielle Einspeisesteckdose (Wieland) gilt als sicherer; frage im Zweifel einen Elektriker.
Lohnt sich ein Speicher fürs Balkonkraftwerk?
Ein kleiner Speicher erhöht den Eigenverbrauch in die Abendstunden, verteuert die Anlage aber deutlich und verlängert die Amortisation. Für die meisten lohnt er sich noch nicht.