Stromkosten-Rechner
Zahlst du zu viel für Strom? Vergleiche deinen aktuellen Tarif mit einem neuen und sieh deine mögliche Ersparnis pro Jahr und Monat.
ℹ️ Ohne Boni und Kautionen. Achte bei Tarifen auf Preisgarantie, Vertragslaufzeit und Kündigungsfrist.
Wie der Stromkosten-Rechner rechnet
Stromtarife bestehen aus zwei Teilen, und genau die trennt der Rechner. Der Arbeitspreis fällt für jede verbrauchte Kilowattstunde an, der Grundpreis unabhängig vom Verbrauch jeden Monat. Für beide Tarife rechnet er Jahresverbrauch mal Arbeitspreis plus zwölf Monatsgrundpreise und stellt die Ergebnisse gegenüber.
Ein Beispiel, Schritt für Schritt
Mit den Startwerten: 3.500 Kilowattstunden im Jahr, bisher 40 Cent und 14 Euro monatlich, neu 30 Cent und 10 Euro monatlich.
- Kosten bisher: 3.500 × 0,40 € + 12 × 14 € = 1.400 € + 168 € = 1.568 €
- Kosten neu: 3.500 × 0,30 € + 12 × 10 € = 1.050 € + 120 € = 1.170 €
- Ersparnis im Jahr: 398 €
- Ersparnis im Monat: 33,17 €
Die Aufteilung erklärt, warum ein Tarifvergleich ohne den eigenen Verbrauch wenig aussagt: Bei niedrigem Verbrauch dominiert der Grundpreis, bei hohem der Arbeitspreis. Ein Tarif mit hohem Grundpreis und niedrigem Arbeitspreis lohnt sich für eine achtköpfige Familie, für einen Einpersonenhaushalt ist er der teuerste im Feld.
Den eigenen Verbrauch richtig ansetzen
Die belastbarste Quelle ist die letzte Jahresabrechnung, nicht der monatliche Abschlag – der ist eine Vorauszahlung und sagt über den Verbrauch nichts aus. Wer keine Abrechnung zur Hand hat, kann sich an Richtwerten orientieren:
- 1 Person, Wohnung: rund 1.500 kWh
- 2 Personen: rund 2.500 kWh
- 3 Personen: rund 3.500 kWh
- 4 Personen: rund 4.250 kWh
- Jede weitere Person: etwa 700 bis 900 kWh
Im Einfamilienhaus liegen die Werte durchweg höher als in der Wohnung, oft um 20 bis 30 Prozent – wegen Pumpen, Außenbeleuchtung, Garage und Nebenräumen. Deutlich nach oben ausreißen lassen den Verbrauch eine elektrische Warmwasserbereitung, eine Wärmepumpe, ein Elektroauto oder ein dauerhaft laufender Server im Keller. Wer eine Wärmepumpe hat, sollte prüfen, ob sich ein separater Wärmepumpentarif rechnet.
Was der Rechner nicht abbildet
Die wichtigste Lücke sind Boni. Vergleichsportale sortieren standardmäßig nach dem Preis des ersten Jahres, in dem Neukundenbonus und Sofortbonus enthalten sind. Diese Einmalzahlungen können mehrere hundert Euro ausmachen und verschieben die Rangfolge komplett – im zweiten Jahr fällt der Bonus weg, und der vermeintlich günstigste Tarif ist plötzlich der teuerste. Für einen ehrlichen Vergleich trägst du hier die Preise ohne Bonus ein und behandelst den Bonus als das, was er ist: ein einmaliger Wechselgewinn.
Ebenfalls nicht enthalten sind Kautionen und Vorauskassemodelle. Anbieter, die eine Vorauszahlung für ein ganzes Jahr verlangen, wirken günstig, verlagern aber das Insolvenzrisiko auf dich.
Und die Rechnung unterstellt einen über zwölf Monate konstanten Preis. Ob das zutrifft, hängt an der Preisgarantie: Eine eingeschränkte Garantie schließt Änderungen bei Steuern, Abgaben und Netzentgelten ausdrücklich aus – also genau die Bestandteile, die sich regelmäßig ändern. Eine umfassende Preisgarantie deckt den gesamten Preis ab und ist erheblich mehr wert.
Worauf du beim Tarif sonst achten solltest
- Vertragslaufzeit und Kündigungsfrist. Zwölf Monate Laufzeit mit sechs Wochen Kündigungsfrist sind üblich. Wer die Frist verpasst, verlängert oft um ein volles Jahr – meist ohne Bonus.
- Abschlag realistisch setzen. Ein künstlich niedriger Abschlag führt zu einer hohen Nachzahlung, ein zu hoher gewährt dem Anbieter ein zinsloses Darlehen. Der Abschlag sollte dem erwarteten Jahresverbrauch entsprechen.
- Zählerstand dokumentieren. Beim Wechsel den Stand fotografieren. Das ist der einfachste Weg, Streit über die Schlussrechnung zu vermeiden.
- Grundversorgung nicht unterschätzen. Sie ist selten die günstigste Option, aber jederzeit mit zwei Wochen Frist kündbar – ein brauchbarer Zwischenschritt, wenn ein Anbieter kurzfristig ausfällt.
Der wirksamste Hebel bleibt allerdings der Verbrauch selbst. Ein Tarifwechsel bringt im Beispiel 398 Euro – einmalig verhandelbar und im Folgejahr erneut zu prüfen. Wer dagegen einen alten Kühlschrank oder eine elektrische Warmwasserbereitung ersetzt, senkt die Grundlast dauerhaft und profitiert davon bei jedem künftigen Tarif.
Häufige Fragen
Wie oft sollte ich den Stromanbieter wechseln?
Einmal jährlich lohnt sich der Vergleich. Viele Tarife haben nach 12 Monaten schlechtere Konditionen – ein Wechsel oder eine Neuverhandlung spart oft dreistellige Beträge.
Was ist wichtiger – Arbeits- oder Grundpreis?
Bei hohem Verbrauch zählt der Arbeitspreis stärker, bei sehr niedrigem Verbrauch der Grundpreis. Der Rechner berücksichtigt beide, deshalb ist das Gesamtergebnis entscheidend.
Ist Ökostrom teurer?
Nicht unbedingt. Viele Ökostromtarife sind heute preislich gleichauf mit konventionellen Angeboten – teils sogar günstiger. Ein Vergleich lohnt sich.
Worauf sollte ich beim Tarif achten?
Auf eine Preisgarantie, eine überschaubare Vertragslaufzeit (idealerweise max. 12 Monate) und faire Kündigungsfristen. Vorsicht bei hohen Sofortboni, die die Ersparnis nur im ersten Jahr schönen.