Kompost-Rechner
Wie viel fertiger Kompost entsteht aus deinen Grünabfällen – und wie viel sparst du gegenüber gekaufter Komposterde?
ℹ️ Die Volumenreduktion durch Rotte variiert je nach Material (Laub, Rasenschnitt, Küchenabfälle) und Kompostführung deutlich – 50–70 % ist ein üblicher Bereich.
Wie der Kompost-Rechner rechnet
Der Rechner rechnet die Kompostierdauer in Wochen um – mit 4,33 Wochen je Monat, dem exakten Jahresdurchschnitt. Deine wöchentliche Grünabfallmenge mal dieser Wochenzahl ergibt das eingesetzte Material. Davon bleibt nach der Rotte der Anteil übrig, der nicht als Wasser und Kohlendioxid entweicht: Das ist die Volumenreduktion. Der fertige Kompost wird zuletzt in 40-Liter-Säcke umgerechnet und mit dem Preis gekaufter Ware verglichen.
Ein Beispiel, Schritt für Schritt
Mit den Startwerten: 40 Liter Grünabfall pro Woche, neun Monate Rottezeit, 60 Prozent Volumenreduktion, 5 Euro je 40-Liter-Sack.
- Zeitraum: 9 × 4,33 = 39 Wochen
- Eingesetztes Material: 40 L × 39 = 1.559 Liter
- Fertiger Kompost: 1.559 × 0,40 = 624 Liter
- Entspricht: 624 ÷ 40 = 15,6 Säcken
- Ersparnis: 15,6 × 5 € = 78 €
Aus rund 1.560 Litern Material werden also gut 620 Liter Kompost. Dieser Schwund ist kein Verlust, sondern der Prozess selbst: Mikroorganismen veratmen den Kohlenstoff, Wasser verdunstet, das Material sackt zusammen.
Wie stark das Volumen wirklich schrumpft
Die Voreinstellung von 60 Prozent ist ein guter Mittelwert, aber der tatsächliche Schwund hängt stark davon ab, was auf dem Haufen landet:
- Rasenschnitt und Küchenabfälle: 70 bis 80 Prozent – sehr wasserreich, es bleibt wenig übrig
- Gemischter Garten- und Küchenabfall: 55 bis 65 Prozent
- Laub und Strauchschnitt: 40 bis 50 Prozent – holzige Anteile bleiben länger erhalten
Wer viel Rasenschnitt einbringt, sollte den Wert also nach oben korrigieren und mit weniger Ertrag rechnen als die Voreinstellung nahelegt.
Das Mischungsverhältnis entscheidet über das Tempo
Kompost gelingt nicht über die Menge, sondern über die Mischung. Die Mikroorganismen brauchen Stickstoff und Kohlenstoff in einem brauchbaren Verhältnis – in der Praxis heißt das: grün und braun etwa zu gleichen Teilen.
Zum Grünen zählen Rasenschnitt, Küchenabfälle, frisches Unkraut, Kaffeesatz – stickstoffreich, feucht, schnell verfügbar. Zum Braunen gehören Laub, Strauchschnitt, Stroh, Häckselgut, unbedrucktes Papier – kohlenstoffreich, trocken, strukturgebend.
Reiner Rasenschnitt allein verdichtet sich zu einer luftdichten, faulenden Schicht: Das ist die Ursache für den strengen Geruch, den viele mit Kompost verbinden. Ein gut geführter Haufen riecht nach Waldboden. Riecht er nach Ammoniak oder Fäulnis, fehlt Struktur und Luft – dann hilft Umsetzen und die Beigabe von Häckselgut.
Was der Rechner nicht abbildet
Er sagt nichts über den Reifegrad. Die eingestellte Dauer ist eine Annahme, keine Zusage. Nach drei bis vier Monaten hat man Frischkompost, der sich zum Mulchen und für Starkzehrer eignet, aber empfindliche Jungpflanzen schädigen kann. Reifer, krümeliger Kompost für die Anzucht braucht neun bis zwölf Monate. Ein regelmäßig umgesetzter Haufen ist deutlich schneller fertig als einer, der nur aufgeschichtet wird – Umsetzen bringt Sauerstoff hinein und kann die Rottezeit halbieren.
Ebenfalls nicht enthalten ist die Jahreszeit. Unter fünf Grad kommt die Rotte praktisch zum Erliegen; über den Winter passiert wenig. Wer im Oktober ansetzt, sollte die Dauer großzügiger wählen als bei einem Start im April.
Und der Vergleichspreis unterstellt gleichwertige Ware. Gekaufter Kompost ist hygienisiert und auf Nährstoffe untersucht, eigener nicht. Für den Gemüsegarten ist das meist unerheblich, bei der Anzucht kann es den Unterschied machen.
Was nicht auf den Kompost gehört
- Gekochte Speisereste, Fleisch, Fisch, Milchprodukte. Sie ziehen Ratten an und faulen, statt zu verrotten.
- Wurzelunkräuter wie Giersch, Quecke oder Winde. Ein kalter Haufen tötet sie nicht ab – man verteilt sie später mit dem Kompost über den ganzen Garten.
- Kranke Pflanzenteile. Pilzsporen überstehen die Mieten-Temperatur häufig. Bei Kraut- und Braunfäule oder Buchsbaumzünsler gehört das Material in die Restmülltonne.
- Samentragendes Unkraut. Nur bei sicherer Heißrotte über 60 Grad unbedenklich, die im normalen Gartenkomposter selten erreicht wird.
Kleinere Mengen Zitrusschalen und unbehandeltes Holz sind unproblematisch, brauchen aber länger. Asche gehört nicht hinein, außer in sehr geringen Mengen aus unbehandeltem Holz.
Häufige Fragen
Wie lange dauert Kompostieren?
Je nach Material, Mischung und Pflege dauert es etwa 6–12 Monate bis zu fertigem, reifem Kompost. Mit regelmäßigem Umsetzen geht es schneller als in einem ruhenden Haufen.
Warum wird aus so viel Material so wenig Kompost?
Beim Verrotten verdunstet Wasser und organisches Material wird von Mikroorganismen zu CO₂ und Wärme abgebaut. Eine Volumenreduktion von 50–70 % ist völlig normal.
Darf gekochtes Essen auf den Kompost?
Besser nicht – gekochte Speisereste, Fleisch und Fisch ziehen Ratten und andere Schädlinge an und riechen unangenehm beim Verrotten. Rohe Obst- und Gemüsereste sind dagegen unproblematisch.
Wie groß sollte mein Komposter sein?
Orientiere dich an deiner wöchentlichen Abfallmenge über die Kompostierdauer – der Rechner zeigt dir das eingesetzte Gesamtvolumen. Ein Komposter mit 300–600 Litern reicht für die meisten Hausgärten.