Dämmung- & U-Wert-Rechner
Wie viel spart eine bessere Dämmung? Vergleiche den Wärmeverlust vor und nach der Sanierung und sieh deine jährliche Ersparnis.
ℹ️ Vereinfachte Rechnung über den Transmissionsverlust dieses Bauteils (Heizgradtage ~3.500 Kd/a). Wärmebrücken und Lüftungsverluste sind nicht enthalten.
Wie der Dämmungs-Rechner rechnet
Der Rechner vergleicht den Transmissionswärmeverlust eines Bauteils vor und nach der Dämmung. Der U-Wert gibt an, wie viel Watt je Quadratmeter durch das Bauteil verloren gehen, wenn zwischen innen und außen ein Grad Temperaturunterschied herrscht. Multipliziert mit der Fläche und einem Faktor von 84 ergibt das den Jahresverlust in Kilowattstunden. Die Differenz beider Werte ist die Ersparnis, mit dem Energiepreis multipliziert wird daraus ein Eurobetrag.
Der Faktor 84 steckt die Heizperiode in eine Zahl: rund 3.500 Kelvintage im Jahr, mal 24 Stunden, geteilt durch 1.000 für die Umrechnung von Watt in Kilowatt.
Ein Beispiel, Schritt für Schritt
Mit den Startwerten: 40 Quadratmeter Bauteilfläche, U-Wert vorher 1,4, nachher 0,24, Energiepreis 12 Cent.
- Verlust vorher: 1,4 × 40 × 84 = 4.704 kWh im Jahr
- Verlust nachher: 0,24 × 40 × 84 = 806 kWh im Jahr
- Eingesparte Energie: 3.898 kWh
- Ersparnis: 3.898 × 0,12 € = 468 € pro Jahr
Die Rechnung zeigt gut, warum sich Dämmung an schlechten Bauteilen am stärksten lohnt: Der Sprung von 1,4 auf 0,24 spart 83 Prozent der Verluste. Eine Verbesserung von 0,30 auf 0,20 bei gleicher Fläche brächte nur ein Zehntel davon.
Typische U-Werte zur Einordnung
Der U-Wert vorher lässt sich ohne Messung schwer bestimmen, aber gut abschätzen:
- Ungedämmte Außenwand, 24er Vollziegel: 1,4 bis 1,5
- Ungedämmte Wand, 36er Hochlochziegel: 0,8 bis 1,0
- Ungedämmtes Steildach: 2,0 bis 2,5
- Oberste Geschossdecke, ungedämmt: 1,0 bis 1,5
- Einfachverglasung: rund 5,0
- Isolierglas der 1980er: 2,8 bis 3,0
Als Zielwerte gibt das Gebäudeenergiegesetz für Sanierungen unter anderem 0,24 für Außenwände und Dachflächen sowie 1,3 für Fenster vor. Wer Fördermittel in Anspruch nimmt, muss meist besser sein als diese Mindestanforderung.
Was der Rechner nicht abbildet
Er betrachtet ein einzelnes Bauteil und nur dessen Transmissionsverlust. Nicht enthalten sind Wärmebrücken an Anschlüssen, Fensterlaibungen und Deckenauflagern sowie sämtliche Lüftungsverluste. Beides zusammen macht am Gesamtverlust eines Hauses einen erheblichen Anteil aus. Wer die Ersparnisse mehrerer Bauteile addiert, überschätzt das Ergebnis deshalb systematisch: Nach der Dämmung der Wand wird das ungedämmte Dach zum dominierenden Verlustweg, und die zweite Maßnahme bringt weniger als einzeln gerechnet.
Nicht enthalten sind außerdem die Investitionskosten. Erst sie beantworten die eigentliche Frage. Als grobe Orientierung: ein Wärmedämmverbundsystem auf der Fassade liegt bei 150 bis 250 Euro je Quadratmeter, eine Zwischensparrendämmung im Dach bei 60 bis 120 Euro, die Dämmung der obersten Geschossdecke bei 30 bis 60 Euro. Mit 468 Euro Jahresersparnis aus dem Beispiel amortisiert sich eine Fassadendämmung von 40 Quadratmetern zu 200 Euro je Quadratmeter rechnerisch nach gut siebzehn Jahren – ohne Förderung und ohne Energiepreissteigerung gerechnet.
Ein dritter Punkt wird gern übersehen: der Nutzerfaktor. Viele Haushalte heizen nach einer Sanierung wärmer als vorher, weil es endlich behaglich ist und kalte Wandflächen wegfallen. Dieser Rückkopplungseffekt schmälert die tatsächliche Einsparung gegenüber der Rechnung regelmäßig um zehn bis dreißig Prozent. Er ist kein Fehler, sondern gewonnener Komfort – nur eben keiner, der auf der Rechnung auftaucht.
In welcher Reihenfolge dämmen
Wenn das Budget begrenzt ist, entscheidet die eingesparte Kilowattstunde je investiertem Euro. Die Reihenfolge ist dann meist:
- Oberste Geschossdecke. Günstig, oft in Eigenleistung machbar, große Wirkung. Für unbeheizte Dachböden ohnehin gesetzlich gefordert.
- Kellerdecke. Ebenfalls preiswert und ohne Eingriff in die Fassade. Bringt spürbar wärmere Fußböden im Erdgeschoss.
- Dachfläche, wenn das Dachgeschoss ausgebaut ist – sinnvollerweise zusammen mit einer ohnehin anstehenden Neueindeckung.
- Fassade. Der größte Hebel in absoluten Zahlen, aber auch der teuerste. Am wirtschaftlichsten, wenn die Fassade ohnehin saniert wird.
- Fenster. Wichtig, aber Vorsicht: Dichte Fenster in einem sonst undichten Haus verlagern das Feuchteproblem an die kalten Wandflächen. Ein Lüftungskonzept gehört dazu.
Für Einzelmaßnahmen an der Gebäudehülle gibt es Zuschüsse im Rahmen der Bundesförderung für effiziente Gebäude, in der Regel mit einem Zuschlag, wenn ein individueller Sanierungsfahrplan vorliegt. Die Beantragung erfolgt vor Beginn der Arbeiten – wer erst baut und dann beantragt, geht leer aus.
Häufige Fragen
Welcher U-Wert ist gut?
Für eine gedämmte Außenwand gelten 0,20–0,24 W/m²K als guter Standard, beim Dach eher 0,14–0,20. Die Förderung setzt Mindestwerte voraus, die du erreichen musst.
Wie finde ich meinen aktuellen U-Wert heraus?
Aus Baujahr und Wandaufbau lässt er sich abschätzen; genaue Werte liefert ein Energieberater. Für eine erste Orientierung reichen die typischen Richtwerte im Rechner.
Lohnt sich Dämmung überhaupt noch?
Bei hohen Energiepreisen und mit Förderung amortisiert sich vor allem die Dämmung von Dach und oberster Geschossdecke oft in wenigen Jahren – sie ist meist die günstigste Maßnahme mit dem besten Verhältnis.
Sind Wärmebrücken berücksichtigt?
Nein, der Rechner betrachtet den reinen Bauteilverlust. Wärmebrücken (z. B. Balkonplatten) und Lüftungsverluste kommen in der Praxis hinzu – der reale Effekt kann also abweichen.