Energie

Batteriespeicher-Rechner

Wie viel zusätzlichen Eigenverbrauch bringt ein Batteriespeicher – und wann hat er sich bezahlt gemacht?

8.000kWh/a
2.000 kWh/a 20.000 kWh/a
30%
15 % 50 %
60%
40 % 90 %
6.000
2.000 € 15.000 €
33,0ct/kWh
20,0 ct/kWh 60,0 ct/kWh
Zusatz-Ersparnis/Jahr
792
Zusätzl. Eigenverbrauch
2.400kWh
Amortisation
7,6Jahre
Gewinn in 10 J.
1.920

ℹ️ Vereinfachte Modellrechnung. Reale Eigenverbrauchsquoten hängen stark von Speichergröße, Verbrauchsprofil und Lastmanagement ab.

Anzeige
AdSense-Platzhalter · Anzeige erscheint nach Freigabe

Wie der Batteriespeicher-Rechner rechnet

Der Rechner betrachtet ausschließlich den Unterschied, den der Speicher macht. Aus der Differenz der Eigenverbrauchsquoten mit und ohne Speicher ergibt sich der Anteil deines PV-Ertrags, den du zusätzlich selbst nutzt. Diese Kilowattstunden bewertet er mit deinem Strompreis, weil du sie nicht mehr zukaufen musst. Die Investition geteilt durch diese Jahresersparnis ergibt die Amortisation.

Ein Beispiel, Schritt für Schritt

Mit den Startwerten: 8.000 Kilowattstunden Jahresertrag, 30 Prozent Eigenverbrauch ohne und 60 Prozent mit Speicher, 6.000 Euro Investition, 33 Cent Strompreis.

  • Zusätzlicher Eigenverbrauch: 8.000 × 30 % = 2.400 kWh
  • Ersparnis: 2.400 × 0,33 € = 792 € im Jahr
  • Amortisation: 6.000 ÷ 792 = 7,6 Jahre
  • Gewinn nach 10 Jahren: 7.920 − 6.000 = 1.920 €

Warum das Ergebnis zu günstig ausfällt

An dieser Stelle ist Ehrlichkeit wichtiger als ein schönes Ergebnis. Die Rechnung bewertet jede zusätzlich selbst genutzte Kilowattstunde mit dem vollen Strompreis. Tatsächlich hättest du diese Kilowattstunde ohne Speicher aber ins Netz eingespeist und dafür Vergütung erhalten. Der echte Vorteil ist deshalb nur die Differenz zwischen Strompreis und Einspeisevergütung.

Bei 33 Cent Strompreis und 8,1 Cent Vergütung sind das 24,9 statt 33 Cent. Aus 792 Euro Jahresersparnis werden damit rund 598 Euro, und aus 7,6 Jahren Amortisation werden gut 10 Jahre. Wer sauber rechnen will, trägt beim Strompreis die Differenz ein – im Beispiel also 24,9 statt 33 Cent. Dann stimmt das Ergebnis.

Wie groß der Speicher sein sollte

Als Faustregel gilt etwa eine Kilowattstunde Speicherkapazität je 1.000 Kilowattstunden Jahresstromverbrauch. Ein Haushalt mit 5.000 Kilowattstunden fährt also mit rund 5 Kilowattstunden nutzbarer Kapazität gut. Eine zweite Näherung setzt die Kapazität ungefähr gleich der Anlagenleistung in Kilowattpeak.

Größer ist ausdrücklich nicht besser. Ein Speicher, der im Winter nie voll wird und im Sommer schon mittags gefüllt ist, kostet Geld ohne Gegenwert. Die letzten Kilowattstunden Kapazität werden am seltensten genutzt und haben deshalb die schlechteste Wirtschaftlichkeit.

Die realistisch erreichbare Eigenverbrauchsquote liegt mit Speicher meist zwischen 55 und 75 Prozent. Werte darüber erreicht nur, wer zusätzlich Wärmepumpe oder Elektroauto mit Überschussladen einbindet. Ohne Speicher liegen die meisten Haushalte bei 25 bis 35 Prozent, Berufstätige ohne Homeoffice eher am unteren Rand.

Was der Rechner nicht abbildet

Er unterstellt einen Speicher, der zehn Jahre lang unverändert arbeitet. In Wirklichkeit kommen drei Effekte dazu:

  • Wirkungsgradverluste. Beim Laden und Entladen gehen je nach System 10 bis 15 Prozent verloren. Von 2.400 eingespeicherten Kilowattstunden kommen nur gut 2.100 wieder heraus.
  • Alterung. Die nutzbare Kapazität nimmt über die Jahre ab. Hersteller garantieren typischerweise 80 Prozent nach zehn Jahren oder einer festgelegten Zahl von Ladezyklen.
  • Standby-Verbrauch. Wechselrichter und Batteriemanagement ziehen dauerhaft Strom, über das Jahr summiert sich das auf 50 bis 150 Kilowattstunden.

Nicht enthalten sind ebenso der Austausch nach Ende der Lebensdauer und mögliche Förderungen einzelner Bundesländer. Auch die Notstromfähigkeit taucht in keiner Zahl auf: Nicht jeder Speicher kann bei Netzausfall überhaupt einspeisen, und wer das braucht, muss gezielt danach fragen. Für manche Haushalte ist genau das der eigentliche Kaufgrund – wirtschaftlich rechnen lässt er sich nicht.

Worauf es beim Kauf ankommt

  1. Nutzbare statt nominale Kapazität vergleichen. Angegeben wird oft die Bruttokapazität; entladen werden darf davon nur ein Teil. Nur die nutzbare Zahl ist vergleichbar.
  2. Zyklenzahl und Garantiebedingungen lesen. Lithium-Eisenphosphat-Zellen erreichen üblicherweise mehrere tausend Vollzyklen. Entscheidend ist, was die Garantie zusichert – Kapazität nach Jahren, nach Zyklen, oder beides.
  3. Erst die Anlage, dann den Speicher. Wer noch keine Photovoltaik hat, rechnet zuerst die Anlage ohne Speicher durch. Sie ist fast immer der wirtschaftlichere Teil.
  4. Verbrauch verschieben kostet nichts. Spülmaschine, Waschmaschine und Warmwasserbereitung in die Mittagsstunden zu legen, hebt den Eigenverbrauch spürbar – und ist die einzige Maßnahme, die sich sofort amortisiert.

Häufige Fragen

Ab wann lohnt sich ein Speicher?

Meist erst, wenn die PV-Anlage bereits steht und der Eigenverbrauch ohne Speicher spürbar unter 40 % liegt. Bei sehr hohem Eigenverbrauch (z. B. durch Wärmepumpe/E-Auto tagsüber) bringt ein Speicher weniger zusätzlichen Nutzen.

Wie groß sollte mein Batteriespeicher sein?

Als grobe Orientierung 1 kWh Speicher pro 1.000 kWh Jahresstromverbrauch. Ein größerer Speicher erhöht die Kosten stärker als den zusätzlichen Nutzen.

Wie lange hält ein Batteriespeicher?

Moderne Lithium-Speicher sind meist auf 6.000–10.000 Ladezyklen bzw. 10–15 Jahre Garantie ausgelegt – das deckt sich gut mit der Lebensdauer der PV-Anlage.

Gibt es Förderung für Batteriespeicher?

Bundesweite Förderungen sind ausgelaufen, aber einzelne Bundesländer und Kommunen fördern Speicher zeitweise. Ein Blick in regionale Förderdatenbanken lohnt sich vor dem Kauf.

📖 Passender Ratgeber

Batteriespeicher für die PV-Anlage: Lohnt sich die Investition?

Artikel lesen →

Weitere Rechner